
Vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Frösön ist die grösste Insel im Storsjö. Der alten nordischen Sage nach war die Insel dem Fruchtbarkeitsgott Fröj geweiht.
Die Inschrift auf dem einzigen Runenstein Nordschwedens, der heute neben der Hornsbergskirche in der Nähe der Frösöbrücke steht, besagt, dass Jämtland in der Mitte des 11. Jahrhunderts unter dem Einfluss von Östman Gudfast´s Sohn christlich wurde.
Fast 800 Jahre alt
Die Frösö-Kirche wurde Ende des 12. oder während der ersten Jahre des 13. Jahrhunderts erbaut. Der Grundriss ist heute noch der gleiche wie damals, mit Ausnahme der Sakristei, die später dazu kam. Das Waffenhaus besteht aus dem unteren Teil eines mittelalterlichen Turmes, dessen obere Partien während des 18. Jahrhunderts teilweise abgebaut wurden oder einstürzten. 1985 wurde an der nördlichen Mauer eine Brautkammer angebaut, die mit einem von Kerstin Bränngård entworfenen und gewebten Gobelin ausgeschmückt ist.Ursprünglich hatte die Kirche zwei Eingänge. Das Hauptportal befand sich in der Südmauer des Kirchenschiffs. Auch in der Südmauer des Chorhauses war ein Portal. Beide Portale wurden zugemauert, jedoch sind Teile der Öffnung im Chorhaus als Nische erhalten und mit Gemälden aus dem 17. Jahrhundert geschmückt.
Früher gab es zwei Emporen, deren Wandfüllungen Gemälde mit biblischen Scenen zeigten. Die Figuren darauf waren im Stil des 17. Jahrhunderts gekleidet. Diese Gemälde sind erhalten und nun auf der jetzigen Empore zu sehen. Die Kanzel, die sich heute in Handöls Samekapelle befindet und die Kirchenbanktüren sind in tiefem Relief geschnitzt. Ein Teil der Kanzel mit norwegischem Text hängt an der nördlichen Wand. Jämtland gehörte bis zum Frieden in Brömsebro 1645 zu Norwegen. Das Taufbecken aus Kalkstein ist eine Gabe von Kapitän Treffenberg und seiner Frau aus dem Jahre 1698. Die Messingschale zum Taufbecken trägt die Jahrezahl 1637, stammt aber wahrscheinlich aus dem Mittelalter.
Die Kirche brennt - Gemälde verschwinden
Während der Restaurierung im Jahre 1885 wurde vieles von der alten charakteristischen Einrichtung zerstört, und die Kirche bekam eine mehr allgemeingültige und einfache Form. Ein gewaltsamer Brand im Jahre 1898 liess nur die Grundmauer stehen, doch konnten alle Inventarien gerettet werden. Das, was von den dekorativen Wandgemälden aus dem 17. Jahrhundert noch übrig geblieben, war, wurde auch zerstört. Die Kirche wurde nach dem Brand wieder aufgebaut, aber erst 1930, als das Innere der Kirche aufs neue restauriert wurde, bekam sie ein Aussehen, das ungefär dem früheren entsprach.Die Birgitta-Glocke
Der Glockenturm mit seiner eigentümlichen Form, die so typisch ist für Jämtland, wurde 1754 erbaut und ist ein Werk von Pehr Olofsson von Dillne in Oviken. Die grosse Glocke, die sogenannte Birgitta-Glocke, ist aus dem 14. Jahrhundert und wurde in Stockholm gegossen, wie aus einer Markierung an der Glocke hervoregeht. Die heilige Birgitta soll auf ihrer Pilgerfahrt zu dem Grabe Olavs des Heiligen in Trondheim durch Frösö gekommen sein. Die kleine Glocke ist aus dem 18. Jahrhundert, sie wurde 1749 umgegossen.Auf dem Friedhof ruhen Ahnen aller Jahrhunderte bis zurück in die heidnische Zeit. Das Grab Wilhelm Peterson-Bergers liegt in der Nähe der südlichen Kirchenmauer. Ausserhalb der Kirche öffnet sich eine grossartige Aussicht über die Dörfer und Landschaften um den Storsjö und auf die Bergketten.





